Chilenen mögen es zu scherzen, aber ihr Humor ist etwas Besonderes und mag beleidigend wirken. Zum Beispiel ist es in Chile normal, sich über Mängel anderer lustig zu machen, deshalb sollten Sie sich nicht über diese Art von Witzen ärgern. Umgekehrt ist es besser, keinen Scherz zu machen, wenn Sie Ihre Gesprächspartner nicht gut kennen. Aufgrund der Besonderheiten ihrer Mentalität können Chilenen harmlose Witze als lächerlich empfinden.
In einem Gespräch sollte versucht werden, Themen wie chilenische Politik, Menschenrechte und Religion zu vermeiden, da diese für die Anwohner schmerzhafte Themen sind. Sie glauben, dass die inneren Angelegenheiten ihres Landes keine Ausländer betreffen sollten, obwohl sie bereit sind, die gleichen Themen zu diskutieren, wenn es um andere Länder geht. Wenn der Gesprächspartner diese Themen selbst anspricht, sollte er eine neutrale Position einnehmen.
Chilenische Menschen stehen normalerweise in der Nähe ihrer Gesprächspartner. Die Aufrechterhaltung des Augenkontakts drückt das Interesse aus, ein Chilene kann die Hand auf die Schulter der Person des gleichen Geschlechts legen, als Zeichen des guten Willens. Männer umarmen jüngere Frauen und zeigen Sorgfalt.
Gehen Sie nicht vom Gesprächspartner weg, auch wenn es den Anschein hat, dass er oder sie zu nahe ist. Das Abwenden der Augen kann als Grobheit, Verschwiegenheit, Misstrauen oder mangelnde Kommunikationsbereitschaft angesehen werden.
Normalerweise spricht man sich mit dem Vornamen an und ohne Titel. Ältere Personen erhalten noch die Anrede „Don“ oder „Doña“ vor dem Vornamen. Ans Telefon geht man übrigens nie mit seinem vollen Namen, sondern meist mit einem kurzen „hola“.
Fingerschnippen wird weder in einem Restaurant zum Anrufen eines Kellners noch während eines Gesprächs akzeptiert – dies ist eine sehr unhöfliche Geste.
Höflichkeit erfordert, dass Raucher eine Zigarette anzünden, um jedem Freund eine anzubieten – außer natürlich Minderjährigen.

